Trialektik


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Trialektik

Entwurf eines metaphysischen Schemas zur Beschreibung und Beherrschung der Wirklichkeit

(Pierre Kynast)

132 Seiten. ISBN 9783943519020

Dieses Buch handelt vom kleinsten gemeinsamen Nenner, auf den man die Welt bringen kann. Er heißt drei. Etwa zwei Drittel des Buches leuchten ein wenig das gedankliche Umfeld aus, in dem sich die Ausführung dieses Gedankens entwickelte. Das übrige Drittel und den Kern des Buches bildet die Fassung dieses Gedankens selbst, der Grundriss zur Trialektik. Das an der Drei etwas dran sein muss, ist sozusagen ein alter Hut. Das Neue hier ist, dass die Drei systematisch grundlegend in den Griff genommen und als Metaphysik, Ontologie beziehungsweise einheitliche Theorie und Grundlage einer Logik entwickelt wird. Mit wenigen Grundannahmen sind einige weitreichende Implikationen notwendig verknüpft. Bestimmte Bedeutungen des Satzes „Tertium non datur“ müssen aufgegeben werden. Der „Beweis der Drei“ formuliert die grundlegenden Bedingungen, unter denen dieser Satz überhaupt noch aufrechterhalten werden kann. Die Überwindung der überkommenen Vorstellungen, Begriffe und Wahrnehmungen von Raum und Zeit rückt vielleicht etwas weiter in greifbare Nähe. Ein Stück Philosophie für übermorgen, das ist es, was ich mit diesem Buch gern gemacht haben würde. Die Zeit wird zeigen, wieweit mir das gelang.

 

Leseprobe

Nichts ist nicht Gehalt, nicht Grenze und nicht Richtung. Alles ist Gehalt, ist Grenze und ist Richtung – Nichts ist nicht.

63. Ich verstehe Metaphysik oder Ontologie als die Formulierung einer Sphäre, in der alles eine Bedeutung finden soll – oder deutlicher gesagt: in der Nichts keine Bedeutung findet. Erfüllt wäre ein solcher Anspruch jedoch erst, wenn die ganze Welt ganz faktisch in diesem metaphysischen Schema auch wirklich aufgehoben wäre, Nichts also nicht. Die Güte der Trialektik als Metaphysik oder Ontologie wird sich daher allein in ihren faktisch integrativen beziehungsweise synthetischen, aber auch analytischen Leistungen beweisen – als geübte Praxis. Ob sie aber eine solche wird, hängt wiederum davon ab, ob die Annahme trialektischer Prämissen und Implikationen Gewinn nicht nur verspricht, sondern auch bringt. Das Schema muss also Überschuss abwerfen und das heißt, ein Mehr an faktischen Möglichkeiten eröffnen, die dann auch genutzt werden.

64. Mit der Bezeichnung der drei Basisdimensionen als „Grenze“, „Gehalt“ und „Richtung“ wird der Entwurf nunmehr über die Sphäre logischer Abstraktion hinaus in die Welt gehoben. Insofern sich an die bezeichnenden Begriffe ein Verständnis anschließt, wird das Schema handhabbar und gewinnt Halt in der Anschaulichkeit. Dass dieser Halt notwendig auch den Blick etwas einschränkt, soll wissend gebilligt werden. Festgehalten sei auch, dass sich die logische Abstraktion nie jenseits einer konkreten Begrifflichkeit entwickeln kann und entwickelt hat. Die Bedeutung, die nunmehr die Dimensionen durch diese Begriffe gewinnen, ist selbst bedeutsam. Die Begriffe sind keinesfalls willkürlich gewählt, sondern eher im Gegenteil. In demjenigen, worauf sie verweisen, vermeine ich das Wesen der Welt, die Gemeinsamkeiten aller Daseinsformen greifbar zu machen. Ich habe nichts gefunden, was gehaltlos, grenzlos oder richtungslos wäre, und ich glaube, dass eben diese drei Begriffe als drei Dimensionen sinnvoll auf alles und jedes und auf nichts nicht angewendet werden können. Ich halte sie für durchgreifend. Ungeachtet dessen glaube ich, dass bestimmte Aspekte der Trialektik ihre Bedeutung auch dort nicht verlieren, wo die Trefflichkeit der gewählten Begriffe fragwürdig ist.

65. Eine Konsequenz des Satzes, dass „Nichts“ nicht Grenze, nicht Gehalt und nicht Richtung ist, heißt: Es gibt weder Richtung noch Grenze noch Gehalt je für sich. Denn ein jedes und alles hat, dem Sinn unseres Grundsatzes entsprechend, diese drei Aspekte. Dies ist einer, wenn nicht der trialektische Grundgedanke. Jede Richtung ist ebenso Grenze und Gehalt, jeder Gehalt ist ebenso Richtung und Grenze und jede Grenze ist ebenso Richtung und Gehalt. Die Dinge unterscheiden sich also nicht danach, was von diesen dreien sie sind, sondern wie sie in diesen drei Aspekten sich voneinander unterscheiden. Zur Bezeichnung dieser Unterscheidung verwenden wir den Begriff „Haftigkeit“. Drei Beispiele zur Verdeutlichung: Wenn ich den Gedanken verwirkliche, aus dem vor mir stehenden Glas Wasser zu trinken, so bin ich gegen das Glas deutlich richtungshaft. Das Glas selbst ist gegen das in ihm befindliche Wasser deutlich grenzhaft und eine Symphonie ist gegen ein „Bing“ deutlich gehalthaft.

66. Übersetzt man die Dimensionen in eine einfache Symbolik und kombiniert die grundsätzlichen Möglichkeiten der Haftigkeit, so ergibt sich die folgende vollständige Aufstellung. Sie ist prinzipiell identisch mit der in Teil II, Kapitel III. Der Vergleich beider Tafeln festigt vielleicht das Verständnis der Sache.

Gehalt . Grenze o Richtung -

1 . o - ( .. oo -- ) ( … ooo --- )
2.1 .. oo -
2.2 .. o --
2.3 . oo --
3.1 … oo -
3.2 … o --
3.3 .. o -
4.1 .. ooo -
4.2 . ooo --
4.3 . oo -
5.1 .. o ---
5.2 . oo ---
5.3 . o --

Dieses trialektische Basisschema in Geltung nehmend, gibt es grundsätzlich nicht mehr und nicht weniger als 13 Arten von Daseinsformen.[1] Für die Ausprägungen der jeweils speziellen Daseinformen einer Art sind unzählbare graduelle Unterschiede denkbar. Es mag also unzählbar viele Dinge geben, wenn auch nur genau diese 13 Arten möglich sind. Um eine erste Sprechweise zur Bezeichnung der verschiedenen Daseinsformen zu haben, bleiben wir, in Zusammenhang mit den Namen der Dimensionen, vorerst bei der Rede von der „Haftigkeit“. So ist der Ausdruck zwar noch ziemlich komplex, dafür aber auch Verständnis bildend. Im Verlauf der weiteren Überlegungen zur Trialektik finden sich vielleicht bessere Namen. Daseinsformen der Art Nummer 1 können „ebenso gehalt- wie grenz- und richtungshaft“ genannt werden. Daseinsformen der Art Nummer 2.1 kann man „ebenso gehalt- wie grenz-, aber weniger richtungshaft“ nennen und die der Art Nummer 3.1 „mehr gehalt- als grenz- und am wenigsten richtungshaft“. Daseinsformen der Art Nummer 3.3 nennen wir „gehalt-, aber weniger grenz- und ebenso wenig richtungshaft“. Die übrigen neun Arten können entsprechend dieses Musters ebenfalls benannt werden.

_____________

[1] Wie bereits in Teil II, Kapitel III erwähnt, eignet sich das Wort „Daseinsform“ besonders gut zur grundsätzlichen Bezeichnung von Dingen, da man ihm über die Worte „da“, „sein“ und „Form“ die Sinnbilder der Dimensionen – Gehalt, Richtung und Grenze – beilegen kann und damit die drei Dimensionen in einem Wort und in eins fasst. Bei der Entwicklung eines Verständnisses für die Identifizierung von „Sein“ als „Richtung“ kann Martin Heideggers Buch „Sein und Zeit“ hilfreich sein, in einer anderen Hinsicht ebenso Arthur Schopenhauers „Die Welt als Wille und Vorstellung“. Heideggers „Sein und Zeit“ gibt darüber hinaus einen schönen Begriff der Entschlossenheit. Schopenhauers „Welt als Wille und Vorstellung“ verdanke ich den ersten Anstoß zu dem Gedanken, dass ein Stein in einer gewissen Hinsicht auch Wille ist.

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