Anastasia (Band 1) Tochter der Taiga

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Wladimir Megre

Anastasia - Band 1

Tochter der Taiga

Aus dem Russischen übersetzt von Helmut Kunkel.
202 Seiten. Hardcover gebunden. Govinda Verlag. ISBN 978-3-905831-17-7

Anastasia ist die Botschafterin eines uralten Volkes, dessen Nachkommen auch heute noch vereinzelt in der Taiga leben, von der Zivilisation unbeeinflusst und immer noch im Besitz "paranormaler" Kräfte, die der moderne Mensch weitgehend verloren hat. Anastasias Person und Lebensstil provozieren Fragen zu weltbewegenden Themen wie die Herkunft des Menschen, Gesundheit, kosmische Heilkraft, richtige Ernährung, göttliche Naturverbundenheit, die Ursache von Krankheit, Hintergründe der Weltpolitik und die Zukunft der Menschheit.

Inhaltsverzeichnis

  • 1. Perestroika
  • 2. Die klingende Zeder
  • 3. Die Begegnung
  • 4. Tier oder Mensch?
  • 5. Was für Menschen sind das?
  • 6. Ein Schlafzimmer im Wald
  • 7. Anastasias Morgen
  • 8. Anastasias Strahl
  • 9. Ein Konzert in der Taiga
  • 10. Wer einen neuen Stern entzündet ...
  • 11. Anastasias Vorliebe für Kleingärtner
  • 12. Einige von Anastasias Ratschlägen
    • Heilende Samen
    • Wen die Bienen stechen ...
    • Morgenstunde, sei gegrüßt!
    • Das abendliche Waschritual
    • Der innere Ratgeber
  • 13. Träumen unter dem eigenen Stern
    • Die Sternenfrau
  • 14. Natürliche Kindeserziehung
  • 15. Das Waldgymnasium
  • Bildteil
  • 16. Aufmerksamkeit gegenüber den Mitmenschen
  • 17. Fliegende Untertassen? Nichts besonderes!
  • 18. Das Gehirn, ein Supercomputer
  • 19. "In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen ..." – Johannes-Evangelium
  • 20. Eine andere Weltanschauung
  • 21. Eine Todsünde
  • 22. Wie im Paradies
  • 23. Wer soll unseren Sohn aufziehen?
  • 24. Ein seltsames Mädchen
  • 25. Es kribbelt und krabbelt
  • 26. Träume erschaffen die Zukunft
  • 27. Die Entrückung aus dem Zeitalter der Dunkelmächte
  • 28. Starke Menschen
  • 29. Wer bist du, Anastasia
  • Über den Autor

Leseprobe, Auszug

Die klingende Zeder

Während die beiden sprachen, fielen mir plötzlich Redewendungen und Gedanken auf, die bei Einwohnern des hohen Nordens gar nicht üblich sind. An einige erinnere ich mich noch heute, sogar an die Intonation. So sagte der Alte:

«Gott erschuf die Zeder als Speicher kosmischer Energien ...

Von einem Menschen, der Liebe empfindet, geht eine Strahlung aus. In Bruchteilen einer Sekunde wird diese Strahlung von den Planeten im Weltall auf die Erde zurückgeworfen, erreicht wieder die Erde und nährt alles Leben hier ...

Die Sonne ist ein Planet, der nur einen Teil des Spektrums dieser Strahlung reflektiert...

In den Kosmos steigt vom Menschen nur lichte Strahlung, und aus dem Kosmos gelangt auf die Erde nur wohltuende Strahlung ...

Von einem Menschen boshafter Gesinnung geht eine dunkle Strahlung aus, die nicht hinaufsteigen kann, sondern in das Innere der Erde gelangt. Von dort zurückgeworfen, kehrt sie wieder an die Oberfläche zurück - in Form von Vulkanausbrüchen, Erdbeben
und Kriegen ...

Die stärkste Wirkung der reflektierten dunklen Strahlung unmittelbarauf den Menschen besteht darin, dass seine bösen Gefühle verstärkt werden ...

Die Zeder lebt 550 Jahre. Mit Millionen ihrer Nadeln empfängt und speichert sie Tag und Nacht lichte Energie, und zwar das ganze Spektrum. Im Laufe des Lebens der Zeder bewegen sich über sie alle Himmelskörper hinweg, die diese Lichtenergie reflektieren ...

Selbst ein kleines Stückchen Zeder enthält mehr dem Menschen wohltuende Energie als alle von Menschenhand geschaffenen Energieanlagen auf der Erde zusammengenommen ...

Die Zeder nimmt die vom Menschen ausgehende Energie durch den Kosmos auf, speichert sie und gibt sie wieder ab, wenn es daran im Kosmos und folglich auch im Menschen und allem anderen Leben mangelt...

In seltenen Fällen gibt es Zedern, die ihre gespeicherte Energie nicht abgeben. Nach fünfhundert Lebensjahren beginnen sie zu klingen. Mit diesem Zeichen teilen sie den Menschen mit, dass diese sie absägen und mitnehmen können, um die gespeicherte Energie auf der Erde zu nutzen. So bittet die Zeder mit ihrem Klang drei Jahre lang. Wenn sie in dieser Zeit nicht von Menschen berührt wird, verliert sie die Möglichkeit, ihre Energie unmittelbar an den Menschen abzugeben. Da sie ihre Energie auch nicht an den Kosmos zurückgeben kann, beginnt sie nach drei Jahren, die Energie in sich zu verbrennen. Dieses qualvolle Sterben durch Selbstverbrennung dauert 27 Jahre.»

Der Alte fuhr fort: «Vor kurzem haben wir eine solche Zeder entdeckt und festgestellt, dass sie schon seit zwei Jahren klingt — leise vor sich hin klingt. Sehr leise. Vielleicht versucht sie auf diese Weise ihr Bitten auf längere Zeit auszudehnen, aber ihr bleibt nur noch ein Jahr. Deshalb soll sie gefällt und an die Menschen verteilt werden.»

Der Alte sprach lange, und aus irgendeinem Grund hörte ich ihm zu. Die Stimme des merkwürdigen alten Sibiriers klang bald ruhig und sicher, bald erregt. Wenn er unruhig wurde, fingerte er nervös an seinem Stückchen Zeder herum, fast als spiele er auf einem Musikinstrument.

Es war kalt am Ufer, und vom Fluss her blies ein kräftiger Herbstwind. Die grauen Haare der Greise flatterten im kalten Wind, doch der sprechende Alte ließ seine Jacke und sein Hemd aufgeknöpft. Die ganze Zeit rieb er mit seinen Fingerspitzen an dem Zedernstückchen auf seiner Brust und versuchte, mir dessen Bedeutung zu erklären.

Dann kam eine Mitarbeiterin meiner Firma, Lydia Petrowna, vom Schiff zu uns ans Ufer und teilte mir mit, alle Mann seien an Bord, das Schiff sei bereit zur Abfahrt und man warte nur darauf, dass ich das Gespräch beende. Ich verabschiedete mich also von den Alten und ging schnell an Bord. Ihrer Bitte konnte ich aus zwei Gründen nicht nachkommen: Der verlängerte Aufenthalt von etwa drei Tagen hätte große Verluste gebracht, und außerdem hielt ich damals alles, was sie mir erzählt hatten, für Übertreibungen und Aberglauben.

Am nächsten Tag fiel mir bei unserer morgendlichen Besprechung auf, wie Lydia Petrowna ein Zedernstück betastete, das sie um den Hals trug. Später erzählte sie mir, dass sie noch ein wenig an Land geblieben war, während ich an Bord ging. Dort habe sie
beobachtet, wie der Alte, der mit mir gesprochen hatte, ganz verstört bald mir nachschaute, bald seinen Gefährten ansah und sich aufgeregt Vorwürfe machte:

«Warum nur? Warum haben sie es nicht verstanden? Ich kann einfach nicht richtig in ihrer Sprache reden. Ach, ich konnte ihn nicht überzeugen! Hab's einfach nicht geschafft. Warum nur? Vater, sag doch was!»

Der Ältere legte seinem Sohn die Hand auf die Schulter und erwiderte: «Ja, du warst nicht überzeugend. Sie haben nichts begriffen.»

 

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